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Update im PIP Implantate Skandal

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Nach der ersten Beratungswoche lassen sich bereits nachfolgende Schlüsse ziehen:

Es handelt sich um ein deutlich größere Zahl von Betroffenen Auch teure Implantate deutscher Markenhersteller sind betroffen Ein alleiniger Austausch ist nicht immer ein Garant für Erfolg Nicht alle Betroffenen müssen sich an den Kosten beteiligen

Kein Rückgang bei der Nachfrage nach einem Eingriff zur ästhetischen Brustvergrößerung Deutlich mehr Betroffene In den Medien ist bislang von 35 betroffenen Frauen die Rede. Wahrscheinlich jedoch ist die Dunkelziffer weitaus höher als bisher angenommen. Allein in unserer kleinen Privatklinik wurden bereits 5 Betroffene vorstellig. Scheinbar ist das unserem guten Ruf zu verdanken.

Auch teure Implantate deutscher Markenhersteller betroffen

Inzwischen zeigt sich, dass das Unternehmen PIP auch renommierte Markenhersteller beliefert hat, wie beispielsweise die Firma GfE Medizintechnik in Nürnberg. Diese hat die Implantate zwecks besserer Verträglichkeit veredelt und anschließend unter dem Namen TIBREEZE vertrieben. Auch diese Implantate bergen die Gefahr des Reißens. Es ist davon auszugehen, dass auch hier eine Warnmeldung der Aufsichtsbehörde erfolgen wird. Da das Unternehmen möglicherweise von der Firma PFM übernommen wurde, besteht hier evtl. eine Rechtsnachfolge. Wie viele Implantate und Hersteller letztlich betroffen sind, bleibt abzuwarten. Das es unter unseren Patientinnen bisher keine Betroffenen gibt, erscheint uns nunmehr wie ein reiner Glücksfall. Bedenklich ist, dass das System der staatlichen Aufsicht bezüglich des Schutzes von Patienten offensichtlich versagt hat. Spötter halten aufgrund dieses Skandals, die Unterordnung des Verbraucherschutzes bei dem Ministerium für Landwirtschaft, für folgerichtig. Ein alleiniger Austausch des Implantats ist nicht immer erfolgsversprechend. Nach den ersten Beratungen wissen wir, dass die Betroffenen auch zukünftige auf eine ästhetische Brustform nicht verzichten möchten und neue Implantate wünschen. In der Beratung zeigt sich jedoch auch, dass es mit einem alleinigen Austausch nicht getan ist. Um ein ästhetisches Ergebnis zu erzielen, ist häufig eine Kombination aus einem Austausch und einer Bruststraffung. Bezüglich der daraus entstehenden Mehrkosten konnte noch keine endgültige Klärung erfolgen. Doch ganz gleich für welche Lösung Sie sich entscheiden – wir lassen Sie nicht im Stich – versprochen! Nicht alle Betroffenen müssen sich an den Kosten beteiligen Auch bei diesem Thema ist keine Pauschalisierung möglich. Jedoch bestehen erste Hinweise, wie im Einzelfall zu verfahren ist. In Deutschland ist jeder krankenversichert – dem ist leider nicht so.

Private Krankenversicherung

Ersten Pressemitteilungen zufolge, übernehmen die privaten Krankenversicherungen die Kosten für den Austausch und des neuen Implantats.

Gesetzlich Versicherte mit einer privaten Zusatzversicherung

Zumindest die Krankenversicherung der ALLIANZ übernimmt die Behandlungskosten für den Austausch des Implantats. Inwieweit sich weitere private Zusatzversicherungen diesem Vorgehen anschließen oder durch „Ausführungsbestimmungen“ unterlaufen werden, bleibt abzuwarten. Beihilfe Bislang ist die Kostenübernahme ungeklärt. Zu vermuten bleibt, dass ähnlich wie bei privat Versicherten verfahren wird. Viele Beihilfeberechtigte verfügen zudem über eine private Zusatzversicherung. Aufgrund des zumeist geringen Prämienvolumens, könnte sich das Erstattungsverfahren zeitaufwändiger gestalten.

Gesetzlich Versicherte ohne private Zusatzversicherung

Es besteht die gesetzliche Vorgabe, dass die gesetzlichen Krankenkassen in Vorlage zu gehen haben und im Nachgang die Möglichkeit besteht im Fall von „selbstverschuldeten“ Eingriffen, das Mitglied an den Kosten zu beteiligen. Im Weiteren besteht wahrscheinlich die Verpflichtung, den Eingriff bei einem Vertragspartner durchführen zu lassen. Dabei handelt es sich größtenteils um öffentliche Krankenhäuser. Als eine angemessene Kostenbeteiligung wäre die Übernahme der Kosten für die neuen Implantate denkbar. Im Gegensatz zur freiwilligen Selbstverpflichtung der privaten Krankenhäuser vermissen wir an dieser Stelle eine eindeutige Stellungnahme seitens des Gesetzgebers. Im benachbarten Ausland wurde diese Thematik binnen kürzester Zeit geregelt. Die gegenseitigen Schuldzuweisungen der gesetzlichen Krankenhäuser helfen hier leider nicht weiter und gehen zu Lasten des Fürsorgeauftrags.

Weitere potentielle Kostenträger

Bis heute ungeklärt ist die Haftung des ehemaligen Herstellers und das Vorhandensein der damals vorgeschriebenen und scheinbar noch immer existierenden Haftpflichtversicherung. Ebenso ungeklärt ist, ob bei den TIBREEZE-Implantaten nicht das möglicherweise vorhandene Folgeunternehmen für die Kosten gerade stehen muss. . >> Stand der Information: 27. Januar 2014 <<