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Update / vorgezogene partielle Reevaluierung

Stand 20.Mai 2020

Nachdem wir den OP-Betrieb auch für elektive Eingriffe wieder eröffnet haben, bietet sich aufgrund der ersten Erfahrungen die Möglichkeit einzelne Maßnahmen zu überprüfen und zu adaptieren.

 

Erfahrungen der ersten zwei Wochen

Akzeptanz durch die Patienten

Die Akzeptanz durch die Patienten ist überwiegend positiv.

Die Mundschutzmaske scheint aber von vielen Patienten eher als Belastung empfunden zu werden.

Es gab nur sehr wenige unverständige Patienten.

Positiv empfand ich, wenn einzelne Patienten auf „Fehlverhalten“ bei den Mitarbeitern hingewiesen haben. Der Alltagsbetrieb, und auch die Vertrautheit im ständigen Umgang mit den Mitarbeitern lässt einem gelegentlich „Betriebsblind“ werden.

Die Option de Videosprechstunden wird leider nur gering genutzt. Die Umsetzung ist inzwischen als Gut zu bewerten und stellt zumindest in der Anästhesie eine Bereicherung dar.

Die Nachbeobachtung wird leider durch die Patienten nicht angenommen.

Akzeptanz durch die Operateure

Die Akzeptanz ist überwiegend positiv. Insbesondere die Risikobewertung vorab funktioniert sehr gut. Abgelehnte Patienten wurden klaglos akzeptiert.

Diskussionsbedarf besteht Einschränkung der OP-Indikation. Hier gehe ich davon aus, dass etliche Patienten in anderen Einrichtungen operiert wurden. Dem Buschfunk zufolge soll dies jedoch eher auf den Druck der Patienten nach einem zeitnahen Termin erfolgt sein.

Akzeptanz durch die Mitarbeiter

Diese ist als Gut zu bewerten. Problematisch sind eingefahrene Prozeduren, als auch Betriebsblindheit. Subjektiv ist die Umsetzung einzelner Maßnahmen bei den Risikogruppen geringer ausgeprägt.

Unzufriedenheit herrscht angesichts der weiteren bestehenden Kurzarbeit. Auch, dass für das OP-Personal verkürzte Dienstzeiten (zur Reduzierung der potentiellen Virenbelastung) sorgt für Unfrieden.

Problematisch gestaltet sich insbesondere die Anpassung der Dienstpläne an die neu vorgegebenen Arbeitszeiten. Insbesondere die ungenügende KITA-Versorgung stellt die Planung vor erhebliche Schwierigkeiten.

Patientennachbeobachtung

Aufgrund der mangelnden Nutzung des Nachverfolgung-Tools durch die Patienten sind wir auf Nachfragen und Rückmeldungen seitens der Operateure angewiesen.
Soweit beurteilbar gab es hierbei keine besonderen, insbesondere Corona assoziierten Beobachtungen. Bei einer Patientin stellte sich im postoperativen Verlauf der Verdacht auf eine Oberarmthrombose. Eine stationäre Aufnahme wurde empfohlen. Bericht und Befund stehen noch aus. Da dies eine seltene, aber beschriebene Komplikation nach einer Brustvergrößerung (bei uns erstmalige) ist sehe ich derzeit keinen Zusammenhang mit der Pandemie.

Fachgesellschaften

Die Kollegen der HNO-Fachgesellschaft haben eine plausible Erklärung für die temporäre Geruchsstörung unter Corona publiziert. Demzufolge erscheinen HNO-Eingriffe wieder vertretbar zu sein.

Anpassung der Maßnahmen

Durch die Rückmeldung, dass einzelne OP-Prozeduren, insbesondere Straffungen und Lipo-Transfers, aber auch Nasen und HNO-Eingriffe in anderen Kliniken problemlos durchgeführt wurden, sowie der Publikation der HNO-Fachgesellschaft, werden wir vorzeitig die Beschränkungen wie folgt reduzieren:

  • Patienten dürfen max. zwei ernsthafte Vorerkrankungen aufweisen
  • OP – Dauer wird bis auf vier Stunden akzeptiert
  • Lipotransfers werden durchgeführt, wobei überwiegend Einmal-Materialien zum Einsatz kommen sollen. Dies betrifft nicht den eigentlichen Lipo-Kollektor
  • Das Mindestalter wird auf das sechste Lebensjahr abgesenkt
  • Zahnarzt-OP erscheinen wieder vertretbar. So auch nasale Intubationen
  • Weiterhin ist Besuch im Aufwachraum und auf der Station untersagt! Auch wenn dies in einzelnen Kliniken wieder zulässig ist! Begründung: Die Abstandsregelung kann nach meinem Ermessen nicht kontinuierlich eingehalten werden.
  • In Ausnahmen sind zeitgleiche Eingriffe erlaubt
  • 10.Operationen je Tag
  • 6 Vollnarkosen mit Atemhilfen je Tag
  • 2. Patienten zeitgleich je Aufwachraum

Eine Liste der möglichen Eingriffe folgt in Kürze

 

Berlin, den 20.Mai 2020

 

Dr.med. Daniel Panzer

 

 Kurzfassung Konzept zur Wiederaufnahme vom OP-Betrieb

Stand April 2020

Angesichts der sich überschlagenden Ereignisse bewerten wir täglich die Situation aufs Neue.

Einleitung Grundgedanken

Soweit bekannt handelt es sich beim Corvin 19 um einen pathogenen Keim, welcher eher asymptomatisch die oberen Atemwege besiedelt (Nase, Mund- und Rachenraum). Seine Pathogenität kommt zum Ausdruck nach erfolgreicher Infektion der Endothelien der unteren Atemwege. Somit handelt es sich wahrscheinlich um eine, primär nicht interstistielle Pneumonie.
Weiterhin wurden pulmonale Mikroinfarzierungen beschrieben. Inwieweit dies Ursächlich oder Folge sind, ist bislang ungeklärt.

Hieraus leiten sich zwei Ziele ab, die es bei operativen Eingriffen zu berücksichtigen gilt:

• Reduzierung der Kontagiosität
• Vermeidung einer iatrogenen Infizierung der unteren Atemwege

Somit ergeben sich folgende Ansätze zum Umgang mit Patienten während einer Operation

• Temporäre Reduktion der Keimflora, Mundspülung erwägen
• Vermeidung von Aerosolbildung
• Reduzierung der Virenlast, sofern eine Atemhilfe benötigt wird
• Großzügige Verordnung einer Thromboseprophylaxe

 

 Wie es bei uns weiter geht:

     Operationen, die durchgeführt werden:

     

    • Kondylome
    • einfache Brustvergrößerung mit Implantaten
      Übernachtung erforderlich
    • Kapselfibrosen
    • Schamlippenkorrektur
    •  Vasektomie
    • Wasserhoden
    • Phimosen / Vorhautverengung
    •  PD ab 16 Jahren
    •  Ober- und Unterlidkorrektur
    •  Liposuktion (vorerst max. zwei Bereiche)
    •  Penisverlängerung
    •  Hodenimplantate
    •  kleine Oberarm- Oberschenkelstraffung
    •  kleine Bauchdeckenstraffung
    • kleine Gynäkologie

     

     

    Operationen, die vorerst nicht durchgeführt werden:

     

    • Große Bauchdeckenstraffung, welche eine Vollnarkose / Übernachtung benötigen
    • Straffungen aller Art welche nicht unter Tumeszenz durchgeführt werden können
    • Nasenkorrekturen
    • HNO Mund- Rachenraum, Septen
    • Kinder unter 16 Jahren, Ausnahme dringlich
    • Varicocelen
    • Penisverdickungen
    • Orchiodopexie

    Operationen, welche bis auf weiteres nicht mehr durchgeführt werden, bis zur Klärung durch Studien/Fachgesellschaften:

    • Lipotransfer

    Patienten

    Voraussetzungen:

    • Alter: 16 – 60 Jahre
    • Zwingende Kontaktdaten: Handy und Email – Adresse

    Befunde

    keine Nebendiagnosen wie z.B.:
    • Herzinsuffizienz
    • Lungenerkrankungen
    • Diabetes
    • keinerlei Infektionen in den letzten zwei Wochen

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